Beatclub & Musikladen
 

Beatclub & Musikladen

1965—1972 (ARD). Popmusikshow mit Uschi Nerke und Live-Auftritten angesagter Bands.

Es begann mit einer Warnung und einer Entschuldigung: Der damalige Hörfunksprecher Wilhelm Wieben, 30 Jahre jung, aber korrekt im Anzug mit Krawatte, sagte an: „Guten Tag, liebe Beat-Freunde. Nun ist es endlich so weit. In wenigen Sekunden beginnt die erste Show im Deutschen Fernsehen, die nur für euch gemacht ist. Sie aber, meine Damen und Herren, die Sie Beat-Musik nicht mögen, bitten wir um Ihr Verständnis: Es ist eine Live-Sendung mit jungen Leuten für junge Leute. “

Die Show lief einmal im Monat am Samstagnachmittag, war eine halbe Stunde lang und wurde vor 500 Live-Zuschauern aus einem Garagenstudio in Bremen gesendet, das mitten in einem Wohngebiet lag. Dies brachte der Show Ärger mit lärmbelästigten Nachbarn ein, die die Polizei riefen. In den ersten Monaten fingen Nerke und Regisseur Michael Leckebusch noch tourende Bands ab, hauptsächlich Gruppen aus Großbritannien, und zerrten sie in ihre Sendung. Vor allem beim jungen Publikum schlug die Sendung sofort ein, und der Erfolg sprach sich herum, so dass nun auch große Stars in die kleine Garage kamen, darunter Joe Cocker, die Rolling Stones, die Hollies, The Who oder Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich. Nerke, die zu Beginn der Reihe 21 Jahre alt war und noch studierte, hatte bereits Schlager gesungen und setzte nun mit ihrer Kleidung einen modischen Trend: High Heels und Miniröcke wurden in ganz Deutschland populär. Ab Herbst 1968 wurde die Sendezeit wegen des großen Erfolgs auf eine Stunde verdoppelt, zur Musik kamen Beiträge und Umfragen zu aktuellen Themen. Die Jugendredaktion des WDR beteiligte sich ab jetzt an der Sendung von Radio Bremen. Ab 1970 kam die zur Musik passende poppige Optik endlich in vollem Ausmaß zur Geltung, da seitdem in Farbe gesendet wurde.

Vorbild der Show war das britische Format „Ready, Steady, Go!“. Das deutsche Konzept hatte Leckebusch mit Gerd Augustin entwickelt, damals Discjockey im Bremer Twen-Club. Augustin war in den ersten sieben Sendungen Co-Moderator von Uschi Nerke. Auch später hatte sie häufig erfahrene Männer an ihrer Seite: Dave Lee Travis, damals beim Piratensender „Radio Caroline“ und später bei der BBC, Dave Dee von Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich sowie den BFBS-Moderator Eddie Vickers.

Titelmusik war zunächst „Rinky Dink“ von Sounds Incorporated, ab 1968 „A Touch Of Velvet, A Sting Of Brass“ von Mood Mosaic. Zusätzlich zu den regulären Ausgaben wurden Specials gesendet, die sich jeweils mit nur einer Band oder einem Star befassten. Nachfolgesendung wurde der Musikladen.

90 Ausgaben

Deutsche Erstausstrahlung: 13.12.1972 (ARD)

Als Nachfolger des legendären "Beat-Club" startete Michael Leckebusch 1972 den "Musikladen" im deutschen Fernsehen. Als Moderatorin wurde Uschi Nerke gleich von dem Vorgänger mit übernommen. Neu hinzu kam der beim Saarländischen Rundfunk tätige Radiomoderator Manfred Sexauer.
Gleich vom Beginn unterschied sich die neue Musiksendung von ihrem Vorläufer durch eine betont lebendige Live-Studioatmosphäre, bei der - im Gegensatz zum Beat-Club - auch Musikrichtungen wie Jazz, Dixieland und Country sowie deutsche Liedermacher ihren Platz fanden. Bis Ende der 70er Jahre entwickelte sich der Musikladen jedoch mehr und mehr zum Tummelplatz europäischer Disco-Acts. Anfang der 80er Jahre wurden Videoclips in die Sendung integriert. Mit dem Titel "Do They Know It's Christmas" von "Band Aid" schloss der Musikladen im November 1984 seine Pforten in der ARD.
Der Nachfolger "Musikladen Eurotops" startete nur wenige Monate später in einigen Dritten Programmen.

 

Titelmusik:
Mood Mosaic: "A Touch of Velvet"
Rolling Stones: "Rip This Joint" (1972 - 1977)

Moderation:Manfred Sexauer (1972-1984), Uschi Nerke (1972-1978),August Walter Thiemann  (1979-1980),Christine Rötig(1984)
Regie:Michael Leckebusch

Fortsetzung von Beat-Club (1965)
wurde fortgesetzt als Musikladen Eurotops (1985)
Adaption als Musikladen Extra (1974)
 
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